Georgien – Blog 4: Über Skipiraten, unseren politischen Sinneswandel und kulturelle Fettnäpfchen

Ich gebe auf. Vor mir stehen eine Dose Cola und eine Flasche, sowie Heikes Mineralwasser. Die Bedienung spricht eigentlich gut Englisch und wir sind wieder in Tbilisi im Hotel. „One Cola Cola and a Water“ habe ich bestellt, mit einer Sprudel-Geste das Mineralwasser gut beschrieben, aber warum zur Hölle zwei Cola? Soll ich mir eine aussuchen? In unserer Gudauri-Hütte hatten wir gesehen, wie ein Mitarbeiter eine Flasche mit Kronkorken mit bloßen Händen aufdrehte. Zwei angeratschte Handinnenflächen und einen zerstörten Schlüsselanhänger später trinke ich ergeben die Dose. Die Bedienung möchte gerne sechs Lari von uns, sämtliche Versuche sie durch Anlächen, Anstarren oder Winken zu uns zu bewegen scheitern aber. Dafür sind wir uns ziemlich sicher Teil der lautstarken Unterhaltung in der Küche zu sein.

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Da hilft kein Sprach- oder Reiseführer: warum zur Hölle zwei Cola?

Ähnlich wie zuvor im georgischen Restaurant in das uns unser lieber Fahrer geführt hat. Aus dem englischen Menü hat Heike etwas Vegetarisches bestellt und der gute Giorgi (der wie gesagt nicht Nikolai heißt) hat der der Kellnerin auch was zugenuschelt. (Ich glaube übrigens, dass es ein „georgisches Geräusch“ gibt. Es lautet ungefähr: ehhhhhhhh (ohne Intonationswechsel am Ende) und kann alles zwischen Zustimmung, Ablehnung und ich-wollte-mal-was-sagen meinen.

Ich wollte Giorgi/Nikolai zuvor bedeuten, dass er irgendwas für mich bestellen soll. Nur hat er das verstanden? Wir haben nicht so recht eine gemeinsame Sprache, was die Klärung des Sachverhaltes nicht leichter macht. Georgisch hat eine eigene Schrift. Die Sprache kann man zwar auch auf Latein schreiben, dann aber nicht mehr durch Google-Translate jagen. Als zwei Getränke kommen wird mir immer klarer, dass er es nicht verstanden hat. Ich hole mit ihm den Sprachführer aus dem Auto, (danke an meinen Mädelsstammtisch) den er zufällig an der Stelle „erste Kommunikation/Verabredungen“ aufschlägt. Mit heißen Ohren hoffen wir, dass er uns gleich nicht fragt, ob wir Kondome dabei haben und nehmen uns vor, diese Seite aus dem Büchlein zu entfernen. Die Essensfrage konnten wir letzendlich klären, aber alles in allem haben wir nach über einer Woche Kaukasus das Gefühl kein kulturelles Fettnäpfen auszulassen.

Aber der Reihe nach:

Nach dem wir zwei, drei Tage Ski gefahren sind, glaubten wir eine gewisse Routine zu haben. Wie zuvor beschrieben kämpften wir uns zu Fuß zum ersten Lift, nutzten den ohne Skier, stolperten hinaus, kraxelten zum Skiverleih, nahmen die Gondel nach oben. Von dort mit dem Sessellift auf „unsere“ Piste und nach dem Skifahren die gleiche Prozedur umgekehrt. Da das Ressort noch nicht sehr voll und Gudauri ein Kaff ist, kennen wir bald unsere Pappenheimer. Im Skiverleih lauern die Skipiraten, wie wir sie nennen. Denn Skihasen sind das eher weniger. Gestandene bärtige Kerle in Skiklamotten. Sowohl Heike als auch ich verfügen über ein sagenhaftes Gesichtergedächnis. So sind wir uns ständig sicher, irgendwo Skipiraten unterwegs aufgespürt zu haben, die es dann aber nicht sind und ignorieren anderseits konsequent uns eigentlich bekannte Menschen, weil wir sie ohne Mütze und Skibrille nicht wieder erkennen. Der Skipirat an sich bevölkert den Skiverleih in der Regel in einer Gruppe aus fünf bis sieben Mitgliedern. Einer ist für die Musik zuständig (nach Bedarf auch mehr), einige sitzen rum. Die Begrüßung und das Miteinander reicht von super zuvorkommend, Stuhl-Anbieten, Skischuhe-Anziehenhelfen bis zu knatschig gucken und Bier trinken. Eine Regelmäßigkeit haben wir bis zum letzten Tag nicht entdecken können. Dafür kennen wir auch die einzigen Mitdeutschen. Ein deutsch-brasilianisches-transsexuelles-Ossipaar, die das Problem der Anreise zum Lift durch Trampen gelöst haben wollen. Das können wir auch! Und nachdem wir die an diesem Tage knatschigen Skipiraten verlassen haben, stellen wir uns etwas hilflos auf den Parkplatz und es dauert genau 20 Sekunden, bis wir mit den Berg hinab genommen werden. Bis vor die Hoteltür fahren die zwei Jungs uns und ich fürchte etwas, dass sie von dem sibirischen Husky eingefallen werden.

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Eigentlich ganz nett: Max

Zum Essen am nächsten Morgen findet sich einer der Skilehrer (den wir ohne Skiklamotten natürlich nicht erkennen) in unserem Hotel ein. Nachdem er gespeist hat, geht er auf uns zu und fragt uns in recht gutem Englisch, ob wir am Tag zuvor eine Skilehrerin gehabt hätten, was wir bezahlt hätten und wie gut diese war. Die Arbeitsrechtlerin erwacht in Heike. Etwas dramatisch geht in diesem Moment die Let-it-be-Sacrafice-Last-Christmas-Dauerschleife aus und Ruhe legt sich über den Frühstückssaal. Wer ist der Mann? Da das uns bekannte Hotelpersonal die Skilehrerinnen organisiert hat und diese Anfang 20 sind, wollen wir sie ungern anscheißen. Anderseits fragt der Skilehrer genau die richtigen Fragen, den wirklich viel gelernt haben wir bei User1 und 2 nicht. (Wir denken uns immer unverständliche Spitznamen aus, um in Ruhe lästern zu können. Unsere Skilehrerinnen vom Vortag hießen beide „Nutsa“. Sprich: Nutzer. Englisch: User) Vorsichtig und zurückhaltend formulieren wir unsere Kritik. Warum wir nicht weitere Stunden gebucht hätten, fragte Kote (kurz für Konstantin) uns. „Zu teuer…“ sagen wir vage und lassen aus, dass wir nicht das Gefühl hatten, viel gelernt zu haben.

Die nächsten paar Tage ist Kote unser Skilehrer. Das mit den Preisen sei ein Missverständnis gewesen, die ersten zwei Stunden seien gratis für uns. Er werde mit User1 und 2 reden. Heike steht der Schrecken ins Gesicht geschrieben und vorsichtig formuliere ich die Frage, was „reden“ wohl bedeute, wir wollten nicht, dass die Mädels Ärger bekommen. Wir loben ihr Englisch und ihre Skikünste. „No Worries, I will use Softspeak“ versichert Kote und unwillkürlich tauchen vor unseren inneren Augen Szenen auf, die von leisen, sanften Kündigungen bis zu Folterkellern reichen. Voll des schlechten Gewissens treffen wir User2 am Lift und grinsen nett. Die Tatsache, dass auch unser ukrainischer Skilehrer vom Vortag, Maxim, mit dem wir ja auch lose verabredet waren, ebenfalls wieder auf der Suche nach Deppen am Idiotenhügel ist, macht es uns nicht einfacher, dass wir uns im beschaulichen Gudauri integriert fühlen. Abends schreibe ich ihm, dass wir die Skistunden gratis bekommen haben, dass es nicht an ihm liege. „Just Smile this is Georgia“ antwortet er und uns wird klar, dass der Kampf um die Skischüler ein hartes Business ist.

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Aus Ermangelung eines passenden Fotos gibt’s ein GRINCHTOUR-BILD. Geht immer

Doch das soll nicht das einzige Mal bleiben, dass das Politbüro einen beinahe Rausschmiss initiiert. Denn auch wenn wir nicht viel Geld ausgeben vor Ort (auch aus Ermangelung an Möglichkeiten) müssen auch die günstigen Leihskier der Piraten irgendwann bezahlt werden. Das Visa-Karten-Zeichen an der Tür hat uns ganz entspannt den georgischen Vertrag unterzeichnen lassen und Geldautomaten gibt es auch an jeder Ecke. Leider tut es das Gerät im Skiverleih nicht und mit der EC-Karte bekommt man an keinen der fünf Geldautomaten Geld. Meine Prepaidvisa-Karte nutze ich zwar zum ersten Geldabheben und Skilehrerbezahlen, lasse aber außer Acht, dass ich die dann erst wieder Geld auf die Karte buchen muss. Kunststück am 24. (Heiligabend) 25. (erster Weihnachtstag) 26. (zweiter Weihnachtstag) 27. (Samstag) und 28. (Sonntag). Nach einem weiteren Grummeltag der Piraten inklusive Hinweis auf die ausstehende Bezahlung, wollen wir eigentlich gern unsere Schulden begleichen und nicht bis zum Ende warten. Also suchen wir die einzige Bank in Gudauri auf, die sich natürlich im Hotel Marco Polo befindet, um mit Heikes Kreditkarte Geld gegen Unterschrift zu ziehen, denn den Pincode braucht man ja eigentlich nie und weiß ihn so auch nicht. Kote begleitet uns (wie eigentlich immer dieser Tage) zum Schalter, der aber nicht besetzt ist. Nach geduldigen 30 Sekunden des Wartens, zückt er das Telefon und bemerkt ungewohnt bissig, dass er eine hohe Amtsträgerin dieser Bank in Tbilisi kenne. Diese befindet sich in einem Meeting, wie die Sekretärin erklärt, doch Kote bittet mit Nachdruck um Rückruf, der auch prompt erfolgt. Man scheint sich gut zu kennen, denn nach wenigen Sekunden kommt der Bankmitarbeiter angehetzt, er habe nur etwas Wasser getrunken. Zig Mal entschuldigt er sich, und während Heike fürchtet die zweite georgische Kündigung in Gudauri erwirkt zu haben, erklärt er entschuldigend, dass auch er nur gegen Eingabe des Pincodes Auszahlungen vornehmen könne. Wir beschließen endlich Ski zu fahren und das Problem auszusitzen. Schließlich muss die Postbank doch heute (Montag) wieder buchen und meine Prepaid-Karte bald gefüllt sein. Da wir aber gerne zweigleisig fahren und auf Kotes Drängen (seine guten Telefon-Beziehungen zur Hausbank hat er schließlich soeben unter Beweis gestellt) rufen wir bei der Sparkasse Bochum an um uns nach Optionen zu erkundigen. Die hat zu, denn in Deutschland ist es erst sieben Uhr am Morgen. Also reisen wir zum Lift und Kote erklärt unseren heute bestens gelaunten Skipiraten, dass wir kleine finanzielle Nöte haben. Entgegen unseren Befürchtungen, scheint man für ein solches Problem großes Verständnis zu haben und grinst nur. Am Lift gibt es exzellentes Wifi, wie eigentlich überall kostenlos. Erneut rufen wir bei Heikes Bank („ich bin hier gerade in Georgien….“) an und erkundigen uns nach Optionen. „Tja, wäre ihre Kreditkarte weg, könnten sie den Bargeldservice in Anspruch nehmen. Dann bekommen sie sofort und vor Ort Bargeld ausgehändigt…. das geht und aber nur wenn die Karte gesperrt ist und wie das in Georgien liefe, muss ich mich erkundigen“ erklärt die Beraterin. Nach kurzer Überlegung halten wir fest, dass es das geringste Problem ist, die Kreditkarte zu „verlieren“ und melden diese per Hotline als gestohlen. Jetzt können wir auch den Bargeldservice in Anspruch nehmen. Total begeistert von diesem Coup und etwas von den zuvorkommenden Menschen, die uns Taschen tragen und Skier in die Halterung stellen geblendet, haben wir beide die Vorstellung eines gutaussehenden Retters, der uns auf einem weißen Hengst Kohle direkt ins Hotel bringt vor Augen. Die Vorstellung wird von der Bankfrau jäh zerstört, als diese mitteilt, dass das Geld per Western Union übermittelt werde, wo die nächste Filiale sei. Das „SnoWFi“ – Wlan der Skistation hilft.

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Wi-FI gibt’s eigentlich überall

 

Die nächste Western Union ist in Südossetien, das die Georgier Nordossetien nennen, weil es für sie eine nördliche Provinz ist. Nach internationalem Recht ist es aber irgendetwas zwischen unabhängig oder  aber gehört  zu Russland und liegt in dem Fall im Süden des Landes. Da wir weder über ein Visum nach Russland verfügen, noch auf den Skitag verzichten wollen, noch Zeugen von Unabhängigkeitsbewegungen werden wollen, haken wir diese Option als „dead end“ ab und beschließen, auf die Postbank zu setzen. Als uns dann die Idee kommt, dass unser Hotel sehr wohl über ein Kreditkartengerät verfügt und man dort sicherlich mit dem Personal den Deal hätte schließen können, dass die Karte belastet und Bargeld ausgezahlt wird, fällt uns auch wieder ein, dass wir die Karte gerade haben sperren lassen.

Eine weitere Google-Recherche später, glaube ich herausgefunden zu haben, dass es in Gudauri doch Western Union gibt: natürlich im Marco Polo Hotel. Die Bankberaterin versucht dies zu überprüfen und wir üben den Parallelschwung. Maxim guckt uns ab und zu finster an, die Ausrede mit der Gratis-Entschuldigungsstunde zieht vielleicht einmal, aber sicher nicht drei Tage in Folge. We simple Stille, because this is Georgia und freuen uns, dass die Sicht eh zu schlecht ist, als dass wir uns oft treffen. Im Lift formuliert Kota seine Überraschung, dass wir so zurückhaltend waren, mit der Kritik an den ersten Skilehrerinnen. Er dachte Deutsche seien direkter und erwarten eine klare Dienstleistung für einen klaren Preis. Ob wir kein Interesse daran hätten, dass die Skischule gewisse Standards einhalte. Kläglich formulieren wir unsere Sorge um User1 und 2 und legen ihm die Bedeutung von „Labour Law“ nahe.

Bertha – Otto – ääääh Cesar – Heinrich – uuuuuudo – Martha“ vermutlich hat Mastercard sein Callcenter nach Indien ausgelagert. Bochum kennt die gute Frau zumindest nicht, als Heike ihre Adresse zum x-ten Mal buchstabieren muss und ich ernte böse Blicke als ich die Vorstellung formuliere, sie wohne in Sprockhövel. Inzwischen haben wir uns in der nagelneuen Pizzeria breitgemacht und versuchen noch immer an Geld zu kommen. Ich habe beschlossen, im Gratis SnoWFI kein Online-Banking zu machen und so ist die Dame im Call – Center von Mastercard die letzte Option. Wir freuen uns über die Tatsache, dass in Gudauri keiner Deutsch spricht, denn inzwischen hat Heike mehrmals laut ihre Anschrift sowie die Tatsache, dass sie bis zum dritten Januar in Georgien sei, mitgeteilt. Sehr Einbrecher-freundlich. Kurz darauf machen wir Bekanntschaft mit einer französischen Familie, die Eltern sind beide Deutschlehrer, aber die waren 100%-ig keine Einbrecher!!!!!).

Etwas entnervt beschließen wir, den Skitag frühzeitig zu beenden und uns um das Finanzielle zu kümmern. Kote fährt uns zu unserer Hütte und wir schaffen es dem Husky zu entgehen und zum Marco Polo Hotel zu laufen. Dort fragen wir nach, ob es sich wirklich um eine Western Union Stelle handle. Etwas entsetzt stellen wir fest, dass der Mitarbeiter ein anderer als am Vormittag ist. Da zumindest in unserem Hotel die Mitarbeiter von morgens früh bis tief in die Nacht Schicht zu haben scheinen, liegt auf der Hand, dass der Mitarbeiter von heute früh auf Grund unseres (Kotes!) Brandanruf jetzt arbeitslos ist. (Wir können übrigens bis heute nicht an bettelnden Kindern vorbeigehen, ohne uns zu fragen, ob das die Zöglinge des ersten Bankiers sind). Der neue Mitarbeiter hätte Skipirat werden sollen. Auch seine Laune wechselt ständig. Etwas entrüstet ist er über die Frage, ob er Western Union könne. Als wir dann endlich die Bestätigung haben, dass das Geld angewiesen ist, besteht er jedoch auf eine Mengenangabe des Geldes in Dollar. Dass die Kohle aus den USA angewiesen ist, kann ja auch keiner ahnen. Mit versteinerter Mine teilt er mit, dass das so nicht gehe. Zum wiederholten Male tippen wir uns durch das Telefonsystem von Mastercard. Als wir endlich die Kundenberaterin (überraschenderweise tatsächlich die selbe wie zuvor) am Rohr haben, stellt der neue Banker fest, dass der Kunde vor uns seinen Pass vergessen hat. Er eilt ihm nach und wir haben jetzt zwar die Kundenberaterin am Rohr, nur leider keinen Banker mehr, der die Zahlen, die sie nennt bestätigen könnte.

Als er endlich zurück ist und alle Angaben bestätigt sind, können wir unser Glück kaum fassen. Überschwänglich laufen wir zurück zum Hotel und bekommen nur minimal Höhenkrankheit beim Erklimmen der Treppenstufen. (Höhenkrankheit ist die Entschuldigung für die Atemnot von unsportlichen Menschen die steile Treppen hochklettern und das auf 2500 Höhenmeter schieben)

Am Hotel erwartet uns Kote, der fragt, ob wir unsere Probleme gelöst hätten. Völlig entrüstet informieren wir ihn, dass es minimal eine kleine Herausforderung und kein Problem gewesen sei. Im sicheren Ghut (kurz für Gudauri Hütte)-Wlan (sprich Jihad!) öffne ich die Onlinebanking-App und stelle fest, dass die Postbank gebucht hat.

Sehr erleichtert trinken wir darauf einen Haus-Rotwein mit Kote, der uns in die georgischen Tischmanieren einweist. Zu jedem Schluck gibt es einen Trinkspruch, der (und der Reiseführer bestätigt dies) zunächst spannend und schön und dann auch etwas langweilig ist.

Da wir uns eigentlich nicht schon wieder betrinken wollen und auch Kotes Gesellschaft irgendwann genug ist, verabschieden wir uns irgendwann ins Bett. Wie ein Gentleman bring uns Kote, der früher Film-Regisseur war und spannende Sowjetgeschichten erzählen kann, zum Beispiel wie er versucht hat 1989 nach Österreich zu reisen und dort schließlich auch den Mauerfall erlebte, zum Zimmer und drinnen stellen wir fest, dass dies unser letzter Abend ist. Da muss man doch was unternehmen. Nach eingehender Beratung, laufen wir wieder in die Hotel-Lobby und treffen auf Kote, der erst ausnüchtern wollte, bevor er die Heimreise antritt, denn in Georgien herrscht absolutes Trinkverbot beim Fahrern. Ganz kulturell einfühlsam erklären wir, dass dies unser letzter Abend sei und wir gern noch quatschen wollen. Natürlich mit ihm. Und so sitzen wir wenig später wieder in der Hotelbar mit Kote. Er vermutlich, weil er zu höflich ist zu gehen, wir, weil wir zu höflich sind zu sagen, dass wir gern allein wären. Wir verfluchen die interkulturelle Kommunikation und lassen den Abend ausklingen.

Etliche kulturelle Unsicherheiten später ist der nächste Morgen und somit die Abfahrt nach Tbilisi gekommen. Etwas pünktlicher als wir ist unser Fahrer um Punkt 11 Uhr vor Ort und begleitet uns gerne ein letztes Mal zum Skiverleih, um bei den Piraten unsere Schulden zu begleichen. Im Gegenzug bekommen wir meinen Pfand-Führerschein zurück und reisen zurück nach Tbilisi.

Da es hier schon bald 20:00 Uhr ist und wir uns langsam Silvester-fertig machen müssen, kann ich an dieser Stelle nur den nächsten Blog anteasern. In dem wird es unter Anderem um unsere letzten Tage in Tbilisi gehen und den ersten Menschen aus Weißrussland, den wir kennengelernt haben. Der hat eine Frau aus Aserbaidschan und ist immer etwas traurig darüber, dass „die Europäer“ ein so schlechtes Bild seines Heimatlandes haben. Heikes vorsichtige Frage, ob Lukashenko eventuell kein „such a nice guy“ sei, blieb unbeantwortet, für die kommende Stunde witterten wir aber hinter jedem Menschen mit Sonnenbrille und Handys (gibt es viele) gleich den weiß-russischen Geheimdienst.

Fotos gibt es von der Geld- und Kulturodyssee leider auch nicht so viele. Aber ihr habt ja eine gute Vorstellungskraft. In diesem Sinne: guten Übergang, legt und liket und teilt meinen Blog  – Happy New Year!!!!!

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